Yoga macht so viel Spaß - nicht. ©  omahapoweryoga.com

Ich starre auf meine Matte und schüttle den Kopf. Das soll Yoga sein? Nun verrenkt sich die Yogalehrerin erneut und flüstert vor sich hin: „Merkst du, wie dein Muskel sich dehnt und leicht schmerzt? Genieße den Schmerz und entspann‘ dich.“ Bitte was? Ich soll den Schmerz genießen? Es tut mir Leid, aber ich mag es nicht, Schmerzen zu haben und sicherlich kann ich mich dabei auch keineswegs entspannen. Was zur Hölle tue ich hier eigentlich?

Yoga ist voll toll!!!!11

Im Oktober habe ich noch gedacht, dass Yoga eine gute Idee wäre. Schließlich sagen alle Fachzeitschriften, dass dieser Sport nicht nur fit machen, sondern entspannen soll. Für mich als Workaholic wäre das eigentlich die perfekte Kombination. Ich würde somit Sport treiben und damit eine (lästige) Pflicht erfüllen und zusätzlich noch entspannen. Toll!

Das sieht echt total entspannend und bequem aus! © yogamatsadventure.com

Das sieht echt total entspannend und bequem aus! © yogamatsadventure.com

Auch mit denen ich vorher darüber gesprochen habe, haben mich ermutigt, den Schritt zu wagen „Yoga ist so toll und du wirst es nicht bereuen. Ich mache das jetzt jeden Morgen und schau mich an!“, sagte das Mädel mit Kleidergröße 32 zu mir. Sie strahlte und meinte: „Du nimmst ab und entspannst dich dabei! Was willst du denn bloß mehr?!“

Das soll nicht heißen, dass ich Yoga unbedingt machen wollte, weil ich in Kleidergröße 32 oder 34 reinpassen möchte. Es ging mir eher um den Entspannungspart, da ich kein entspannter Typ bin. Im Fitnessstudio lache ich die überschminkten Frauen aus, die gerade mal 5kg mit ihren Beinchen stemmen können und in ihrem 30-Minuten-Trainingszirkel nicht ins Schwitzen kommen. Außerdem nerven mich die Leute, die mit ihren Kumpels quatschen und dadurch gut 20 Minuten ein Gerät blockieren. Ihr merkt also: Entspannung und Sport? Nicht bei mir.

Entspannung sieht anders aus

Aber da Yoga sooo toll sein soll und mich der Kurs für ein Semester nur 20 € gekostet hat, wollte ich es ausprobieren. Schlimmer als „dann sind halt die 20 € weg“ hätte es ja nicht sein können. Ich habe mich geirrt, denn so habe ich auch gut fünf Stunden meines Lebens (weil ich fünf Mal den Kurs mitgemacht habe) vergeudet. Mit denen hätte ich was Sinnvolleres anstellen können – etwa Skyrim spielen oder Serien gucken.

Selbst Katzen mögen Yoga. Irgendwas stimmt nicht mit mir. © cutestpaw.com

Selbst Katzen mögen Yoga. Irgendwas stimmt nicht mit mir. © cutestpaw.com

Schon als ich den Übungsraum betreten habe, wunderte ich mich, wo ich bloß gelandet sei. Vögel zwitscherten von einer CD fröhlich um die Wette, die Yogalehrerin saß mit geschlossenen Augen im Schneidersitz vorne und trank warmen Pfefferminztee.

Als ich verwirrt in der Mitte des Raumes stand, schaute sie mich prüfend an. „Dein erstes Mal?“ – „Ja.“ – „Dann schnapp‘ dir eine Matte, leg‘ dich drauf und entspann‘ dich.“ Das habe ich auch so getan, bis sie mich unterbrach. Ich solle in einer ganz besonderen Position liegen, die Hände müssen 20 Grad von mir entfernt und dabei gedreht sein. Blöd, dass diese Position alles andere als entspannend war.

Schmerzen sind toll, genieße sie!

Als es dann endlich losging, wusste ich nicht, was an Yoga toll sein soll. Yoga ist quasi eine abgeschwächte Form von Bauch-Beine-Po, bei der man sich vorkommt wie in einer Sekte. Die Positionen trainieren à la Liegestütze und Co. bestimmte Muskelgruppen. Natürlich verliert ihr dabei eure Kilos. Wer täglich 50 Liegestützen und Sit-Ups macht, kann sich auch irgendwann über einen tollen Körper freuen.

Yoga ist wirklich gesund! © bizarro.com

Yoga ist wirklich gesund! © bizarro.com

Allerdings machte die Lehrerin ständig Pausen, wodurch ich nicht mal ansatzweise ins Schwitzen kam. Eher im Gegenteil, ich habe gefroren. Deshalb freute ich mich, als die Lehrerin meinte, dass die nächste Übung anstrengender sein wird. Das war sie auch und die Muskeln haben extrem gezwirbelt. Dann lässt sie den bekannten Spruch los: „Merkst du, wie dein Muskel sich dehnt und leicht schmerzt? Genieße den Schmerz und entspann‘ dich.“ War ich in einem falschen Film?

Zusätzlich machte sie ständig das berühmte „Omm“, das irgendwas mit dem Geist machen soll. Ahja. Nach einer Stunde Yoga habe ich mich wie immer gefühlt – außer, dass mir komplett kalt war und ich dachte, dass ich gleich richtigen Sport machen müsste. Denn Yoga selbst hat mir eindeutig nichts gebracht.

Mein Fazit: Yoga kommt ohne mich gut aus. Diese Sportart scheint etwas für Leute zu sein, die nicht ins Schwitzen kommen, aber trotzdem etwas für ihren Körper tun wollen. Für mich ist Yoga aber einfach zu langweilig.

Source: anormaldisaster.de

 

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