Porsche! Porsche! Porsche! © Porsche

Zwar stresst mich die Uni momentan sehr und ich habe kaum Zeit, irgendwas anderes zu machen. Am Samstag habe ich mir dennoch ein wenig Freizeit gegönnt und so das Porsche Museum in Stuttgart gesehen. Meine Eindrücke dazu möchte ich euch nicht vorenthalten.

Ist es…ein Schiff?

Das Museum liegt nicht bequem mitten im Stadtzentrum, sondern weit im Norden der Stadt und nur eine S-Bahn fährt die Station Neuwirtshaus/Porscheplatz an. Damit habe ich nicht gerechnet und so musste ich schon für je eine Fahrt von Hohenheim aus rund 50 Minuten einrechnen.

Was soll das bloß darstellen? © Porsche

Was soll das bloß darstellen? © Porsche

Das Erste, was ihr logischerweise vom Museum seht, ist das Gebäude. Von dem weiß ich nicht so recht, was ich halten soll. Es ist modern. Genauso wie das Neue Augusteum in Leipzig. Für mich stellt das ein Problem dar. Klar, die umliegenden Porsche Gebäude nähern sich dem Stil teilweise an. Aber das Museum sieht aus wie ein neuartiges Schiff oder so etwas. Das passt einfach nicht optisch nach Stuttgart, das sonst auf moderne Bauten pfeift.

Aber die Optik ist Geschmacksache und es soll Leute geben, die dieses Museum todschick finden (und auch das Neue Augusteum in Leipzig). Ich denke, da wäre weniger mehr gewesen und man hätte locker mehrere tausend Euro sparen können.

Autos, Autos, Autos

Der Eintritt von 4€ für Studenten hat mich zuerst positiv überrascht. Vergleiche ich da mit der Autostadt, die ermäßigt 12€ kostet, wäre das Porsche Museum quasi ein Schnäppchen. Oben drein gibt es noch einen Audioguide mit dazu – und das KOSTENLOS! Wo gibt es das noch heute?

Da hinten steht ein Porsche! Seht ihr es? © Porsche

Da hinten steht ein Porsche! Seht ihr ihn? © Porsche

Die Vorfreude verflog aber bald wieder. Betretet ihr das Gebäude, geht nicht nur der fragwürdige architektonische Stil weiter, sondern ihr seht, was das Museum zu bieten hat: Autos und wirklich nichts anderes als Autos. Ganze Autos oder Teile davon wie Motoren oder Scheinwerfer. Schilder davor erklären euch den Gegenstand, teilweise schwafelt auch der Audioguide Erklärungen dazu ins Ohr.

Ihr könntet jetzt fragen, was zur Hölle ich mir denn bitte sonst unter einem Porsche Museum vorgestellt habe. Klar, Autos und der andere Schnickschnack dürfen nicht fehlen und sollen auch im Mittelpunkt. Doch weitere interaktive Flächen und zeitgenössische Filmchen wären schön gewesen. Es ist nämlich nicht besonders kreativ, Touchpanels aufzustellen und darauf Fotos zu zeigen. Filmausschnitte, Spiele, Quiz, kleine Simulatoren oder andere Ideen, die beispielsweise in der Autostadt Anwendung finden, hätten hier übernommen werden können. Aber nein, lieber ein paar Autos hinstellen und alle sollen zufrieden sein.

Porsche ist toll, merk‘ dir das!

Das Museum ist reine Werbung für Porsche. Deswegen dürft ihr hier keine tiefe Auseinandersetzung zu wichtigen Themen erwarten. Ihr hört, wie toll Porsche ist, wie kreativ Ferdinand Porsche selbst war und wie genial die Autos sind. Etwas zum Thema Umwelt oder die bemerkenswerte Konkurrenz hört ihr, wenn überhaupt, nur am Rande.

Die Sau sticht heraus. © Porsche

Die Sau sticht heraus. © Porsche

Das finde ich schade, denn ein Museum sollte meiner Meinung nach eben nicht nur da sein, um eine Marke weiter zu pushen und die Besucher, die eh schon an Porsche interessiert sind, Honig ums Maul zu schmieren. Ja, ich weiß, dass Porsche einen tollen Werdegang hingelegt hat und sich die Autos stark verändert haben. Aber ich hätte gerne mehr zum Thema Porsche vs Daimler vs Ferrari vs VW etc. gehört. Oder auch seit wann Porsche umweltfreundlichere Autos macht. Ich könnte das alles nachlesen, aber ist es nicht die Aufgabe des Museums, mich da aufzuklären?

Als ich das Museum verlassen habe, war ich nicht gänzlich enttäuscht. Ich bin immer noch von den Autos fasziniert und vor allem die alten Rennwagen live zu sehen, war ein tolles Erlebnis. Doch ein wenig kritischer und interaktiver dürfte es eben doch schon zugehen. Dann hätte mich das Museum für den Preis auch begeistert.

Mein Fazit: Das Porsche Museum ist für Porsche Fans gemacht, die gerne stundenlang Autos anstarren möchten. Allen anderen empfehle ich die Autostadt. 

 

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