Schau mir in die Augen, Pelikan!

Zoos sind für mich immer so eine Sache. Einerseits freue ich mich, exotische Tiere zu sehen und fotografieren (egoistischer Grund), andererseits gehören sie überhaupt nicht hier her (moralischer Grund). Wenn ein Tiger im kleinsten Käfig herumläuft, bricht es mir das Herz. Das nur kurz vorweg.

Die wilde Wilhelma

Im Schwabenland ist vieles anders. Deshalb heißt der Zoo in Stuttgart nicht Zoo, sondern die Wilhelma. Aber das ist nicht alles, was die Anlage besonders macht. Zuerst war die Wilhelma lediglich ein botanischer Garten, bis in den 60ern die Tiere dazu kamen.

Auf rund 30 Hektar Fläche tummeln sich über 1000 Tierarten. Von Affen und Leoparden bis hin zu Fledermäusen und Krokodilen – fast alles findet sich hier. Zwischen den Gehegen befinden sich wunderschöne Plätze mit vielen exotischen Pflanzen. Die Wilhelma ist richtig hübsch, das steht außer Frage.

Günstig ist sie übrigens auch – zumindest für Studenten. Nach 16 Uhr kostet der Eintritt nur 5€. Das lohnt sich vor allem dann, wenn der Park bis 20 Uhr geöffnet hat. Normalos bezahlen um diese Uhrzeit 10€. Für einen Zoo ist das aber alles noch o. k. Leipzig berappt für die letzten 90 Minuten 12€, Hamburg bietet dagegen keine Sonderangebote an und dreht mit 20€ völlig am Rad.

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Tiere auf engstem Raum

Allerdings gefiel mir nicht alles. Anscheinend hat hier niemand die Zooanlagen durchdacht. Während Wellensittiche ein sehr großes Gehege haben und wild umherschwirren können, müssen sich die Adler mit einem Minikäfig zufriedengeben, in dem sie gerade einmal die Flügel ausbreiten können.

Noch krasser ist mir der Platzmangel bei den Großtieren aufgefallen. Wie der Name schon vermuten lässt, sind diese groß. Was erwartet man da? Genau, große Gehege. Nicht aber in der Wilhelma. Elefanten werden auf einer Minifläche gehalten; die wohl kleinste, die ich jemals in einem Zoo gesehen habe. Noch schlimmer leben die Nilpferde. In dem Becken kann sich eins gerade so umdrehen – dort befinden sich aber zwei, die die ganze Zeit zum „Gruppenkuscheln“ gezwungen werden.

Ich weiß nicht, was in den Köpfen der Zuständigen da herumschwirrte. Wenn der Platz für solche Tiere nicht ausreicht, dann holt euch doch bitte keine! Denn nicht nur meine (entzückende) Begleitung und ich, sondern auch andere Zoobesucher sind davon überzeugt, dass die Tiere etwas Besseres verdient haben.

Fazit: Die Wilhelma gefällt mir als botanischer Garten gut, doch der Zoo lässt zu wünschen übrig. Da habe ich doch ein wenig mehr erwartet.

Source: anormaldisaster.de

 

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